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Die 12 Highlights der Côte D’Azur im Herbst

“Fahre in die Welt hinaus. Sie ist fantastischer als jeder Traum.” – Ray Bradbury

Sind wir mal ehrlich … die Sommerferien sind zu Ende und der Alltag knallt uns wie ein nasser, kalter Waschlappen mitten ins Gesicht. Wir versuchen, mit einem kalten Glas Rosé und Tapas Abenden, den Sommer zu verlängern oder zu mindest einen goldenen Herbst zu erfühlen. Aber in den Geschäften grinsen uns die Schoko Weihnachtsmänner verhöhnend an. Auf Instagram wird diskutiert, ab wann man Weihnachtsdeko im Haus aufstellen “darf”.

Der Countdown zur “best time of the year” läuft rasend schnell, der Glühweingeschmack versucht sich Platz an den Geschmacksknospen zu verschaffen und schupst die Kräuter der Provence, die Aioli, die Pizza (nee, die schafft er doch nicht) erbärmlich in die Tiefen unserer Geschmackserlebnisse. Bayern kommt gerade erst aus den Sommerferien zurück, da stehen für uns Hessen die Herbstferien an. Herbstferien bedeuten für mich, dass es danach morgens dunkel und kalt ist. Der Herbst zeigt sich danach von seiner unangenehmen Seite und vorbei ist es mit Summervibes.

 

 

Der Garant der Sommer Verlängerung im Herbst

So, die Frage aller Fragen … “was machen wir in den Herbstferien und wer kommt mit?” …
habe ich zur Überraschung aller 3 übrigen Familienmitgliedern an einem verregneten Sonntag spontan auf dem Frühstückstisch, neben Wurst, Käse und Nuss-Nougat-Creme platziert. Und auf einmal galt mir die volle Aufmerksamkeit als ob ich direkt auch schon die Antwort parat hätte. Dabei waren es nur noch 2 Wochen bis zu den Ferien. Aber bis dahin ist mir jeder hier im Haus auf die Urlaubsfrage aus dem Weg gegangen. Der Große wollte eigentlich mit der Freundin weg, der Jüngste wollte free Wifi und sonst war ihm alles egal. Es kamen so Vorschläge wie New York, Malediven, wir könnten ja die B… in Singapore besuchen, Hauptsache, man kann shoppen, ich will Deko, Sonne, Meer, Strand und Sommerverlängerung (das kam von mir). Die ersten Vorschläge fielen flach, warum fragen sich meine verwöhnten Wohlstandsmöpse heute noch, dabei wollten sie nichts vom Ersparten hinzugeben. Fakt war, wir konnten nur die erste Woche und dann auch erst ab Montag. Während ich genüßlich in mein Baguette mit französischem Weichkäse biß, kam mir die Erleuchtung. “Wir fahren mit dem Auto an die Côte D’Azur“.

Und so sah ich mich die Bergstraßen im Cabrio mit wehendem Haar entlang fahren:

 

 

 

Zwischenstop bei George Clooney

 

Jetzt stand es also fest … es geht an die Côte.

  1. Hürde: die Entfernung
  2. Hürde: die Kosten
  3. Hürde: die Unterkunft
  4. Hürde: Unterwegs mit 2 “fast” erwachsenen Jungs

Die 1. Hürde war schnell beiseite gewischt. Ich fahre gerne, auch lange Strecken, so könnten wir uns die Fahrt aufteilen. Ein Zwischenstopp bei George am Comer See wurde auch ganz spontan eingeplant. Na, der wird sich freuen … und ich erst. Gesagt getan, ging es an die Auswahl der Unterkunft. Entgegen aller Prognosen von erfahrenen Freunden … kennt ihr das … kaum verkündet man, wo man im Urlaub hinfährt, war jeder gefühlte 2. schon einmal da, jeder hat einen “Geheimtipp”, jeder gibt Ratschläge, was man tun und lassen sollte … und der beste Ratschlag war … “ach im Herbst ist da eh nichts mehr los, die Geschäfte haben alle zu, ihr findet Unterkünfte, wie Nachbars Hund Flöhe hat”. Tja und da des Nachbars Hund keine Flöhe hat, war die Auswahl an “bezahlbaren” Unterkünften auch eher mau. Immerhin brauchten wir mindestens 2 Schlafzimmer und 2 Bäder, da wider Erwarten beide Jungs mitfahren wollten.

 

 

Experiment Airbnb oder die Buchung ins Blaue

Sollen wir das Experiment mit Airbnb wagen? Ja, denn wenn es an die Côte sollte, blieb uns nichts anderes übrig. Es wurde verglichen, hin- und hergeschickt, abgewägt, durchgestrichen, abgespeckt und neu sortiert. “Ihr braucht unbedingt einen bewachten Parkplatz, sonst sind keine 5 Minuten später eure Fensterscheiben eingeschlagen” … Oha, also nochmal von vorne. Und dann lag es vor uns … unser Traumapartment mit Parkplatz, Blick auf’s Meer, Garage, Strandnähe, um die Ecke der Croisette (https://de.france.fr/de/cote-dazur/artikel/die-croisette-cannes) umweltfreundlicher Nespresso Maschine, Dachterrasse.  Und da mein Mann weiß, wie ich reagiere, wenn die Unterkunft nicht so ist, wie ich sie mir vorstelle, folgten tausend Fragen … “Soll ich jetzt wirklich buchen?”, “Was, wenn das Ding einen Haken hat?” (Dann bekommst du Ärger, lieber Göttergatte ;-)), “Meinst du, das ist sicher über Airbnb?”, “Gibt es WLAN?”. Bähm, gebucht, denn das Ding hatte … WLAN.

 

 

 

George, ich komme

 

Am Montag, den 06.10. um 11:00 Uhr ging es los Richtung Comer See. Das Auto vollgepackt, als würden wir nicht mehr zurückkommen. Highheels, Blazer, Abendkleider, Koffer, Koffer, Koffer und … es könnte ja passieren, dass wir unterwegs nichts zu essen bekommen, jede Menge Leckeres und Schmankerl für den kleinen Hunger. Dazu Unmengen an Getränken und 2 Flaschen Weißwein. Ja, ich gebe es zu, die Idee war so dämlich, als ob ich Discounter Spaghetti mit nach Italien nehmen würde. Nach lockeren 6 Stunden Fahrt kamen wir in unserer kleinen Pension mit angrenzendem Restaurant am Comer See an … Albergo Della Torre . Spätsommerliche 25 Grad hießen uns willkommen und mir war ganz leicht ums Herz. Dieser typische Duft, der einen im Süden am frühen Abend umweht und einen Geschmack von Freiheit und Unbeschwertheit hinterlässt. Der einen einlullt und einem das Gefühl gibt, die Zeit würde stehen bleiben. Wisst Ihr, was ich meine?

 

 

 

Um die Perfektion zu vollenden lehnte der italienische Kellner lässig an der Steinmauer unserer himmlischen Pension. Eine Zigarette im Mundwinkel (Italiener und Spanier rauchen immer, oder?!), eine verwegene, schwarze Haarsträhne fiel ihm locker in die Stirn und er begrüßte mich, als wäre ich Olivia Palermo in Person mit den Worten:
” Buona Serra, Signorina (!!!) come stai?”. Ich habe mich dann erstmal schnell zu meinem Sohn umgedreht und ihm zugeflüstert, er müsse mal zurück zum Auto gehen und dem Papa beim Auspacken helfen. Geschmeidig bahnte ich mir meinen Weg zu dem Latin Lover, um ihn mit einem “Non ce male, ma sono molto occupata” zu verblüffen. Leider kamen 3 Sekunden später mein Mann und unsere Söhne um die Ecke und raunzten mich an, dass ich doch bekloppt wäre, was ich alles eingepackt hätte. Und dann begann einer dieser Abende, an die man gerne zurück denkt. Schnell auf’s Zimmer frisch gemacht. Dann runter in das Restaurant mit Blick auf den Comer See. Einen Campari zum Aperitif und dann Spaghetti Frutti di Mare vom Feinsten, Pizza aus dem Steinofen und einen göttlichen, mussierenden Weißwein, der das Urlaubsfeeling komischerweise verstärkte. Nach dem Essen hatte ich nach langer Zeit mal wieder Lust auf eine Zigarette. Aber in Italien gilt es noch immer, dass man nur in Tabacchi Läden Ziggis kaufen kann. Also niente? Nein, denn der Pizzabäcker hatte mitbekommen, dass wir Lust auf eine Zigarette hätten und er bot uns eine von seinen an. Ich hatte echt Angst vor so starken, kurzen Stummeln, aber dieser Bär von Mann bot uns eine Slim Menthol Zigarette an. Und als das die anderen italienischen Gäste in dieser kleinen Lokalität sahen, bekamen wir von allen Seiten Zigaretten angeboten. Der Abend endete mit zu viel Alkohol, zu vielen Zigaretten aber mit ganz vielen, besonderen Eindrücken und Momenten.

 

 

 

 

Fortsetzung folgt …

Eure Sandra

 

 

 

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