Auf einen Plausch am Sonntag

Es ist Zeit für den nächsten Sonntags Plausch …

…hier mit mir um vier … (heute nach vier, ging lang heute morgen ;-)))

… And just like that …

Habt Ihr eine Carry, oder Miranda, oder Charlotte? Als ich krank war, habe ich Sex and the City auf Sky durchgeschaut, oder GESTREAMT, wie das ja jetzt heißt. Kurz vorab, ich fand die Serie irgendwie nicht so wirklich toll. Ich fand die Geschichten rund um die 3 Ladies sogar teilweise anstrengend.

 

 

Aber die Serie hat mich auch zum Nachdenken gebracht. Klar, es ist ein Film und natürlich auch überzogen und spiegelt nicht das normale Leben dar. Sonst bräuchten wir ja nicht unsere wertvolle Zeit vor der Glotze “verschwenden”. Aber ganz ehrlich … gibt es wirklich diese Freundschaften, die so lange halten, mit mehreren Frauen, denen man alles erzählen kann und die alles miteinander teilen? Die immer für einen Zeit haben und für alles eine Antwort wissen?

Freundschaften entstehen, Freundschaften gehen

Da mein Mann in unserem gemeinsamen Leben öfters versetzt wurde, mussten wir uns oft in neuen Städten neue Freunde suchen. Mit Kindern war das irgendwie leicht. Konnte man doch durch diverse Säuglings- Bespaßungs-Gruppen, im Kindergarten oder der Grundschule zu Gleichgesinnten Kontakt aufnehmen. Aber es war und ist nicht leicht, “im Alter” Freundinnen zu finden, mit denen man komplett losgelöst die Zeit verbringen kann. Vielleicht hätte ich DIE beste Freundin(en), wäre ich in meiner Heimatstadt geblieben. Dort hatte ich natürlich aus der Schulzeit meine beste Freundin Birgit in Bonn. Ich besuchte sie zu Karneval, sie mich zu Sylvesterparties hier in Kassel. Sie war meine Treuzeugen, die Patentante meines Ältesten, ich von ihrer Jüngsten. Wir trockneten uns gegenseitig die Tränen bei Herzschmerz und erzählten uns, in wen wir verliebt waren. Aber mit den Jahren, haben wir uns durch die Entfernung auseinander gelebt. Die Kids kamen in die Schule und die Prioritäten änderten sich. Wir haben uns hier in Kassel einen Freundeskreis aufgebaut und verbrachten unsere Wochenenden mit ihnen und ihren Kindern. Jetzt sind meine Jungs groß, mein Jüngster steckt gerade im Abi, und die meisten Freundschaften haben sich hier gehalten. Ein paar haben nicht gehalten, ein paar wurden immer enger.

 

Freundinnen fürs Leben?

Natürlich habe ich hier auch Freundinnen gefunden, aber keine wie Carrie, Miranda und Charlotte. Und da bin ich wieder bei meinem Anfang. Die meisten Akteure in dieser Serie haben für alles eine Lösung, haben immer Zeit füreinander, finden immer die richtigen Worte. Kein einziges Mal hört man da:”sorry, aber da kann ich dir leider auch nicht helfen”. Es wird lustig, offen und frei übers Masturbieren gesprochen, Miranda hat ihre erste lesbische, sexuelle Erfahrung mit dem schönsten und lautesten  Höhepunkt ihres Lebens bei der kranken Carrie in der Küche. Ich bin weitaus nicht prüde, rede offen über alle möglichen Themen und höre mir auch Themen von Freundinnen an, die ich lieber gar nicht erfahren hätte. Zum Beispiel die “Beichte” einer, mit wem sie alles ihren Mann betrogen hat und wie sie das gemacht hat. Einige Menschen um mich herum sehe ich durch dieses Geständnis jetzt mit ganz anderen Augen, das könnt ihr mir glauben. Und diese Freundin sehe ich seitdem auch ganz anders.

Welche Freundschaft reicht?

Nach dem Ende der Serie habe ich mich gefragt, ob ich solch eine Freundschaft überhaupt haben möchte. In diese engen Verbindungen muss man ja auch viel investieren. Ich wüßte gar nicht, ob ich einer derartigen Freundschaft gerecht werden könnte. Ich bin selbstständig, habe ein großes Haus, meine ewig hungrigen Jungs wohnen noch bei uns, mein Mann ist auch noch da und dann gibt es diverse Einladungen und Gegeneinladungen. Durch Instagram habe ich auch viele tolle Frauen kennengelernt und tausche mich mit ihnen aus, wir treffen uns 1-2 mal im Jahr und führen lange Telefonate. Da sind auch richtige Freundschaften entstanden, die aber nie fordernd sind. Die Freundin im oberen Absatz fordert viel Zeit von mir und mir ist das oft einfach zu viel. Sie ist mittlerweile getrennt, wohnt alleine. Sie möchte ständig mit mir ausgehen, sie möchte, dass ich mit ihr in den Urlaub fliege, möchte sich jeden Sonntag im Café treffen. Diese Freundschaft ist mir, ehrlich gesagt, zu anstrengend. Gerne verabrede ich mich mal ab und zu und wenn meine Hilfe und Unterstützung gefragt wird, bin ich da, keine Frage. Aber ich möchte mich nicht erklären müssen, wenn ich mal keine Zeit, Lust und Laune habe. Den Sonntag verbringe ich gerne mal im Gammellook auf der Couch, wenn die Sonne scheint, bin ich gerne in meinem Garten. Gerne verbringe ich Zeit mit unseren Freunden, wir bekochen uns gegenseitig, gehen Samstags Mittags bei schönem Wetter in unsere wunderschöne Markthalle. Wenn meine Freundinnen mich brauchen bin ich da, aber ich stehe nicht 24 Stunden zur Verfügung. Das nur, wenn es wirklich brennt, dann kann jede(r) mit mir rechnen. Aber ich möchte nein sagen können, ohne dass ich dadurch zu einer schlechten Freundin werde. Eins käme mir übrigens auch nicht in den Sinn. Ich würde mir NIEMALS!!!!!! wie Carrie, von meiner Freundin das Diaphragma entfernen lassen, wenn ich eins hätte. NIEMALS!!!!!

Jetzt bin ich gespannt, wie das mit der besten Freundin, den besten Freundinnen bei euch ist …

Zum Schluß gibt’s heute ein schnelles Rezept mit WOW Effekt.

Stay tuned, bis bald

Eure Sandra

 

Baumstriezel auf Erdbeeren-Rhabarber-Spiegel und Vanille Eis:

1 Packung fertigen Hefeteig
1 Körbchen Erdbeeren
3 Stangen Rhabarber
1 Packung Vanille Eis
Zucker
Vanille
2 Stängel Minze
geschmolzene Butter
Zimt

Den Teig mit einem Pizzaschneider in schmale Streifen schneiden. Ein Nudelholz mit Alufolie umwickeln, die Folie mit der geschmolzenen Butter bepinseln und mit den Hefeteig Streifen umwickeln, andrücken. Den Teig mit der übrigen Butter bepinseln und durch die Zucker-Zimt-Mischung rollen. Im Backofen bei 180 Grad backen, dabei die Rolle öfters drehen, damit sie rundum braun wird. Den Rhabarber, die Erdbeeren, Zucker, und die Minze aufkochen, pürieren. Alles zusammen anrichten. Guten Appetit.

 

5 Comments

  • Anna Hein

    Hi Sandra,
    welch schöner Artikel, auf den ich gerne antworte. Ich bin wegen meines Mannes vor 33 Jahren aus Westfalen nach Mülheim gezogen – und, was soll ich sagen – meine 3 alten Freundinnen aus Sandkasten und Schulebegleiten mich immer noch. Nicht täglich, aber im Notfall sofort. Neue Freundinnen kamen und gingen in meiner neuen Heimat und bis heute ist es so, dass ich zwar durch Mann, Job und Kind neue gefunden habe, aber diese Verbundenheit habe ich nicht gefunden. Ich würde wirklich alles mit den Freundinnen teilen, die ich seit 53, 51 und 49 Jahren kenne, aber nicht viel mit den “neuen” Freundinnen und das ist gut so. Wir treffen uns hier in Mh. laden uns ein und unternehmen etwas, aber bei Not am Mann rufe ich tatsächlich die alten Vertrauten an. Monatelang nicht gesehen und es ist wie gestern tränenreich berabschiedet.
    LG Anna❤️

    • Sasko367

      Liebe Anna,
      danke dir sehr für deine Antwort. Das ist mega schön, dass eure Freundschaften über die Entfernung gehalten hat. Wahrscheinlich haben wir zu wenig investiert. Ich weiß es nicht. Aber ich freue mich sehr für dich, dass du deine 2 Besties aus Kindertagen noch hast. Ganz herzliche Grüße
      Sandra

  • Iris

    Liebe Sandra,

    ich fand bei den besagten Damen die Mode immer inspirierend aber natürlich auch oft ein Kick to much …..das war aber was man zu der Zeit sehen wollte.
    Frauenfreundschaften die auf ständigen Erwartungen basieren die an einen gestellt werden oder auch wie du sagst um ständig Seelenklemptner zu spielen sind extrem anstrengend und gehen auch bei mir nur noch bedingt. Meine beste Freundin war 22 Jahre Hausfrau ich hab alles ausgehalten, dann durfte sie endlich wieder arbeiten und ich war nicht mehr ihr Langeweile Vertrieb…so kann’s auch gehen.
    Toller Beitrag zum Thema Frauenfreundschaften

    • Sasko367

      Liebe Iris,
      so etwas ist auch nicht gerade die feine Art, einen immer zu belegen und sich dann zu verabschieden. Ich mag diese Erwartungshaltung der all inclusive Behandlung von einigen nicht. Wenn man mal nicht kann, aus welchen Gründen auch immer, muss das auch akzeptiert werden. Und für alles der Seelenklemptner zu sein, ist auf Dauer sehr anstrengend. Danke für dein Feedback. Ganz liebe Mai Grüße

  • Sigi

    Liebe Sandra,
    backen kann ich gar nicht und ob mir das Baumstriezl-Rezept gelingt, obwohl einfach, wage ich zu bezweifeln, da fahre ich leiber nach Prag oder zu Dir…
    Zwei Frauen, ein Gedanke. Ich habe ja beim Mindful Monday das Thema auch angerissen und hatte geschrieben, dass ich kein Held im Freundschaften pflegen bin. Meine beste Freundin ist nicht mehr meine beste Freundin, weil ich nicht so viel Zeit investieren wollte, wie sie erwartete. Hm. Eigentlich ähnlich wie bei Dir. Auch die Instagram- und Blogger-Freundschaften und der Austausch dabei bedeuten mir zum Teil sehr viel, was sicherlich auch mit den zwei Corona-Jahren zu tun hatte, dass das so wachsen konnte.
    Ich trage mein Herz auf der Zunge, bin offen, herzlich, hilfsbereit und ehrlich und bin schnell dabei privates, persönliches und intimes zu erzählen, ich habe keine Carries und Co, ich habe einen Tom und der würde und müsste mich aus jeder misslichen Lage befreien… Und wir führen schon Gespräche, die ich sonst mit niemandem führen würde und denke manchmal, besser wenn uns keiner hört.
    Hab noch eine schöne Woche
    Sigi

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